Archive for the ‘General’ Category

PM: Gegen Rassismus, Sexismus und Islamismus

Sunday, July 1st, 2018

 

In dem Artikel “Der Freund im Feind”, veröffentlicht am 19.02.2018, behauptet der Autor die Marburger Antifa habe als einzige Reaktion auf dem Brandanschlag auf die Dar al Salam Moschee eine mögliche Verbindung der Moschee mit IslamistInnen diskutiert, außerdem wird vorgeworfen auf dem rechten Auge blind zu sein. Dies ist nicht nur eine verleumderische Frechheit, sondern eine Lüge. In unserer PM verwiesen wir bereits darauf, dass die Tatumstände des Anschlags auf die Moschee in Marburg auf eine rechtsextreme Tat hinweise, und das Rassismus und rassistische Gewalt von uns verurteilt wird. Das dies in der Kolumne gegenteilig geschildert wird, lässt vermuten, dass der Autor sein “Feindbild Antideutsche” diskreditieren will. Dies geschah in der “Zeit” dieses Jahr  nicht zum ersten Mal. Kritik an antisemitischen, sexistischen oder einfach freiheitsfeindlichen Positionen von IslamistInnen werden verharmlost, da das Kollektivsubjekt “Muslime” schon genug zu leiden habe. Doch gerade dieses Bilden von Kollektivsubjekten stellt ein Problem dar, ist es doch erst die Grundlage für rassistische, sexistische und antisemitische Ideologien. Im Gegenteil fordern wir gerade in Solidarität mit den Communnities, die am meisten unter Islamisten zu leiden haben:

Für die universelle Befreiung aller Menschen

DAS BASH LÄDT ZUR SOLIPARTY!

Friday, June 29th, 2018

das Bündnis antifaschistischer Strukturen Hessen (BASH) plant auch dieses Jahr ein Sommercamp, das vom 9.-13. August stattfinden wird. Für das Camp veranstalten wir auch in diesem Jahr wieder eine BASH-Soliparty. Dieses mal im und mit dem bedrohten HavannaAcht in Marburg.

Der Abend startet um 21h mit einem Mobivortrag zum Camp, bei dem auch unser diesjähriges Programm vorgestellt wird. Die Party beginnt um 22h.

Wir freuen uns auf Euer kommen!

Veranstaltungsreihe: Reclaim your Mind

Thursday, June 7th, 2018

23.6, 14h Konsumkritik
Ort wird noch bekannt gegeben

Tritt heutzutage der seltene Fall ein, dass tatsächlich einmal öffentlich über Kapitalismus gesprochen wird, dann ist der Begriff des „Konsums“ meistens nicht weit. Tatsächlich ist für viele Menschen die heutige Gesellschaft kein Kapitalismus, sondern eine „Konsumgesellschaft“. Aber stimmt das überhaupt?

Wir wollen uns in unserer Veranstaltung ein wenig genauer mit der Frage beschäftigen, welche Rolle der Konsum eigentlich in unserer Gesellschaft spielt. Dabei werden wir über bestimmte Formen des Reichtums ebenso sprechen wie über die Tatsache, dass die Welt immer mehr zusammen wächst und trotzdem alle immer einsamer werden. Denn darin liegt unserer Meinung nach der Schlüssel, warum so viel über Konsum(ismus) und so wenig über Kapital(ismus) geredet wird. Schließlich wollen wir daran anknüpfend fragen, wohin uns all jene Praktiken bringen können, die am Konsum ansetzen, um diese Gesellschaft zu verändern. Hilft uns ein „bewusster Konsum“ weiter? Müssen wir vielleicht sogar lernen, zu verzichten? Ist der Einkaufszettel tatsächlich ein Wahlschein? Wir wollen euch vorstellen, was wir zu diesen Fragen denken und mit euch diskutieren, was ihr dazu denkt.

24.5, 19h Geschlecht als Wille und Design
Elvira Sanolas: Feministische Kritik an Queer
(Hörsaalgebäude +1/0030, Marburg)

Queer wird häufig als Erbe des Feminismus dargestellt. Dabei werden in queeren Bewegungen Annahmen über Geschlecht gemacht, die aus feministischer Perspektive durchaus zu kritisieren sind. Zugespitzt seigt sich in der Aussage, Gender sei eine „Spielwiese“ (H. Yaghoobifarah) – vermischt mit dem Appell, dass diese auch zu bespielen sei – eine voluntaristische Auffassung von Geschlecht. Diese kann nicht nur in eine Verharmlosung der gewaltsam wirkenden Geschlechterbinarität in dieser Gesellschaft kippen; sie birgt dadurch auch die Gefahr, feministische Forderungen zu untergraben.
In diesem Vortrag soll sich über eine Auseinandersetzung mit aktuellen Aussagen queerer Gruppen an die Rolle von Geschlecht in dieser Gesellschaft angenähert werden. Dem Frausein, so wird sich zeigen, ist so leicht nicht zu entkommen.

24.4, 19h Felix Bartels: Being a Bat. Ideologiekritik und der Tritt in den Abgrund (Hörsaalgebäude 00/0070)

Wenn Ideologiekritik den Anspruch haben soll, an Ideologie universell wirksam zu werden und nicht bloß an ausgewählten Richtungen, hat sie dort versagt, wo sie von Rassismus, Maskulinismus oder Xenophobie nicht mehr reden will, sondern bloß noch von deren Gegenbewegungen. Wo der Antirassismus als gefährlicher eingeschätzt wird als der Rassismus, die Willkommenskultur schärfer attackiert wird als die Xenophobie und der Feminismus bedrohlicher gezeichnet als noch vorhandene Rückstände patriarchaler Vergangenheit, ist die Unterschätzung der neuen Rechten nachgerade folgerichtig.
Angetreten als Versuch von Linken, sich ihrer eigenen regressiven Impulse klarzuwerden, verselbständigte Ideologiekritik sich zum Versuch, die Linke zu liquidieren.
Woher kommt jenes spezielle Verständnis von Ideologiekritik, das diese Tätigkeit nur noch dann billigt, wenn sie in der einen oder anderen Weise gegen links gerichtet ist? Lässt sich überhaupt eine reine Ideologiekritik, als punktuell vollzogene Methode, von einer Ideologiekritik als impulsives Verhalten eines Milieus unterscheiden? Und liegt im Versuch, eine falsche Ideologiekritik von einer richtigen zu trennen, nicht eben schon wieder das, wogegen man mit einer solchen Trennung angehen will?

Zur Reihe “Reclaim your Mind!

In dieser Veranstaltungsreihe wollen wir uns gemeinsam Denkmustern innerhalb der Linken widmen.
Dabei wollen wir nicht bloß andächtig zuschauen, wie ein(e) Referent(in) vor’n ein Tischfeuerwerk abbrennt und nach einem als Frage getarnten Koreferat mit brummenden Schädel nach Hause gehen.
Die Vorträge sollen statt dessen kurz mit viel Raum zur Diskussion sein. Damit wir dann auch mitdiskutieren können, bieten wir vorher ein Treffen an, bei dem wir uns gemeinsam die wichtigsten Punkte des Vortrages anschauen.
Diesmal mit dabei: Ideologiekritik, queerer vs. materialistischer Feminismus und Konsumkritik.
In Kooperation mit SJ – Die Falken Marburg und dem Autonomen InterTransreferat des AStA der Uni Marburg.

Das HavannaAcht bleibt!

Sunday, April 1st, 2018

HavannaAcht Soli-Erlärung

Das Havanna8 ist uns in den letzten Jahren sehr ans Herz gewachsen. Neben dem sehr geschätzten Kneipenbetrieb haben wir auch einige, uns in guter Erinnerung gebliebene Veranstaltungen, als Gruppe in den Räumlichkeiten des Havanna8 durchgeführt. Als Beispiele zu nennen wären etwa Vorträge zum NSU-Komplex von NSU-Watch Hessen und der Kein Schlussstrich-Kampagne, zu TTIP & seinen Kritiker*innen sowie zum Antisemitismus im Campact-Magazin und bei Matin Luther.

Für uns ist klar: Marburg braucht einen Raum wie das Havanna8! Save the H8 for another day(s)!

Gruppe streit_wagen, organisiert im Bündnis antifaschistischer Strukturen Hessen (B.A.S.H.)

BASH Camp 2018!

Sunday, April 1st, 2018

Liebe Genossinnen und Genossen,

schonmal zum Vormerken: Auch in diesem Jahr organisiert das Bündnis antifaschistischer Strukturen Hessen (B.A.S.H.) wieder ein Sommercamp!
Vom 9.-13. August wollen wir uns in Mittelhessen gemeinsam bilden, diskutieren, streiten und eine schöne Zeit haben. Unser inhaltlicher Schwerpunkt wird dieses Mal auf reaktionären Bewegungen unterschiedlicher Couleur liegen, die das Bestehende nicht zum Besseren verändern, sondern dieses im Gegenteil hinter jetzige Verhältnisse zurückführen wollen.
Zudem wollen wir uns auch mit antifaschistischer Organisierung, Gruppenprozessen, und vielen weiteren spannenden Themen auseinandersetzen. Dabei werden auch Veranstaltungen wie Kapitalismuskritik, Feminismus sowie Sport und Kino nicht zu kurz kommen.
Wie jedes Jahr sind auch Kinder auf dem Camp willkommen, für eine Tagesbetreuung kann bei Bedarf gesorgt werden.

Weitere Infos zu Programm und Anmeldung werden wir in den kommenden Monaten auf unserer Homepage unter antifabash.noblogs.org aktualisieren. Stay tuned!

Wir sehen uns im August!
B.A.S.H.

Gegen das Nazi-Konzert in Wetzlar!

Tuesday, March 20th, 2018

Gegen das Nazi-Konzert in Wetzlar!

Am Samstag den 24.3.2018 will die NPD-Hessen eine Rechtsrock-Veranstaltung in der Stadthalle Wetzlar abhalten. Wir stellen uns dagegen!

In den letzten Jahren fanden immer mehr Rechtsrock-Konzerte statt, die auch sehr große Nazimengen anzogen, wie z.B. mehrfach im thüringischen Themar. Die geplante Veranstaltung in der Stadthalle Wetzlar ist als ein Versuch zu werten, auch in Hessen Rechtsrock-Konzerte in einer größeren Dimension durchzuführen. In der Vergangenheit gab es bereits große Rechtsrock-Konzerte wie 1999 in Langdorf mit 400-500 Nazis oder 2010 in Brandoberndorf/Waldsoms mit Kategorie C (KC) und damals 400 Besucher_innen. In Wetzlar muss nun jedoch mit einer Größenordnung eines Rechtsrock-Konzerts gerechnet werden, die Hessen in der Form noch nicht kennt.

Das Programm in Wetzlar ist nicht miss zu verstehen. Bei den Redner_innen wird neben Daniel Lachmann, dem hessischen Spitzenkandidaten der NPD für die Landtagswahl im Herbst 2018, auch der in der wetzlarer Stadtverordnetenversammlung und im Kreistag Lahn-Dill sitzende Thassilo Hantusch (NPD) sprechen. Thassilo fiel in den letzten Jahren neben seiner Aktivität für die NPD auch mit dem Antikapitalistischen Kollektiv (AKK) auf, z.B. bei deren Aktion am Rande einer Anti-TTIP Demonstration in Frankfurt am Main im Herbst 2016.
Auch Sebastian Schmidtke soll auf der Bühne stehen. Er ist Mitglied des NPD-Parteivorstands war aber auch schon im Spektrum der Freien Kameradschaften aktiv. Er soll auch mindesten einen Nazi, der verdächtigt wird für eine Reihe von Brandanschlägen in Berlin Neukölln mitverantwortlich zu sein, sehr gut kennen und ihn seit seiner Jugend begleiten.
Die als Rechtsänwältin angekündige Ariane Meise war bereits in Nordrhein-Westfalen für die NPD aktiv und trat bei einem rechtsradikalen Fackelmarsch im Dezember 2016 in Dillenburg als Rednerin auf. AuchChristian Häger ist ein Altbekannter. Er war einer der Angeklagten im Prozess gegen das Aktionsbüro-
Mittelrhein. Sven Skoda der ebenfalls als Redner angekündigt wurde, ist in Kreisen der Freien Kameradschaften sehr hoch angesehen und war ebenfalls im Aktionsbüro-Mittelrheinprozess angeklagt wegen der Unterstützung einer kriminellen Vereinigung. Des Weiteren soll auch Michael Brück von Die
Rechte-Dortmund sprechen. Er war bereits im Nationalen Widerstand Dortmund aktiv, der vor einigen Jahren verboten wurde und war Betreiber des Versandhandels antisem.it.
Ein breites Spektrum bedienen auch die für diesen Tag angekündigten Bands. So soll unter anderem Kategorie C (KC) auftreten. KC ist bekannt für ihre Kontakte zu HOGESA und in Nazihooligankreisen. Aber auch die angekündigten Bands Flak und Oidoxie haben in den letzten Jahren immer wieder auf großen Rechtsrock-Konzerten gespielt. Oidoxie stilisiert sich selbst als Combat 18 Band (Combat 18 nennt sich der militante Arm von Blood and Honour). Ihre eigene Ordnergruppe gilt als Bindeglied zwischen Dortmunder und Kasseler Nazis. Diese Verknüpfung wirft im NSU-Komplex Fragen auf. In Dortmund wurde am 4. April 2006 Mehmet Kubasik durch den NSU ermordet und nur zwei Tage später in Kassel Halit Yozgat.

Mit dieser Veranstaltung folgt die hessische NPD dem Kurs des völkischen Flügels um Thorsten Heise, der die NPD wieder anschlussfähiger für militante Nazikreise machen will. Bei diesem Programm ist zu erwarten, dass gewaltbereite Nazis aus Hessen und anderen Bundesländer anreisen werden.

Das wollen wir nicht unwidersprochen lassen! Lassen wir nicht zu, dass wie in Themar ein Nazifestival ein Teil der Normalität wird!
Kommt also am 24.3.2018 mit nach Wetzlar, um den den Nazis den Tag zu versauen!
Bereitet euch gut vor, bildet Bezugsgruppen und fahrt an diesem Tag nicht alleine nach Wetzlar.

Um 10:15 treffen wir uns am Marburger Hauptbahnhof und wollen geschlossen zu Demonstration und Kundgebung fahren.

Gruppe Streit_wagen, Lisa:2, OAT-Marburg, Falken Marburg

VORTRAG: „BRAUNZONE BUNDESWEHR? EXTREME RECHTE UND DIE BUNDESWEHR“

Tuesday, January 30th, 2018

Die Frage ‚We(h)r macht Traditionen in der Bundeswehr?‘ stellte sich zum wiederholten Male nach der Aufdeckung einer extrem rechten Zelle im April 2017. Die danach einsetzenden Bereinigungen der Kasernen von Wehrmachts-Devotionalien wurden in der extremen Rechten als Kappen von Traditionslinien heftig kritisiert. Doch trotz einiger Kasernen-Umbenennungen und Altlast-Beseitigungen betreibt die Bundeswehr bis heute eine problematische Traditionspflege. Deswegen sammeln sich auch erkennbar Rechte in ihren Reihen: Es gibt einen nationalkonservativen traditionalistischen Flügel, Neonazis und neurechte Nachwuchs-Offiziere. Wie hängt der Traditionalismus bzw. Neotraditionalismus in der Bundeswehr mit der Bundeswehr als „Armee im Einsatz“ zusammen? Wer versucht wie von Außen Einfluss zu nehmen und wie sieht es im Innern aus? Wie ist allgemein das Verhältnis der extremen Rechten zur Bundeswehr bzw. wie sehen die wehrpolitischen Vorstellungen der Rechten aus?
Diese Fragen sollen im Rahmen eines Vortrages mit anschließender Diskussion erörtert werden. Außerdem wird es ein Co-Referat über lokale Verflechtungen der Bundeswehr mit rechten Gruppierungen geben.

Der Referent Lucius Teidelbaum ist freier Journalist und Autor für das antifaschistische Magazin „Der Rechte Rand“.
DO 01.02. +++ 19 Uhr +++ Hörsaalge bäude 00/0700

Organisiert wird der Vortrag von der Gruppe streit_wagen in Kooperation mit der Linken Fachschaft03.

Pressemitteilung zum Brandanschlag auf die Dar al-Salem Moschee in Marburg

Monday, November 27th, 2017

„In der Nacht vom 09. auf den 10. November 2017 wurde ein Brandanschlag auf die Dar al-Salem Moschee am Marburger Richtsberg verübt. Zum jetzigen Zeitpunkt wird vermutet, dass die Tat einen rechten Hintergrund hat. Die zu vermutende rassistische Intention ist zu verurteilen. Trotzdem müssen islamistische Strukturen in Marburg kritisiert werden”, kommentiert die Pressesprecherin der antifaschistischen gruppe 5, Sophia Stern, den Vorfall.

Es ist nichts Neues, dass auch in Marburg, wie überall in Deutschland, Nährboden für rechte Gewalt vorhanden ist. Wie die Marburger Ortsgruppe der Identitären Bewegung, sind auch die DB-Burschenschaften und Die Rechte hinlänglich für ihre Gewaltbereitschaft bekannt. Außerdem haben die letzten Jahre immer wieder deutlich gemacht, dass rassistische Anschläge nicht nur von organisierten Neonazis begangen werden. Nicht selten waren auch sich selbst als „besorgt“ bezeichnende BürgerInnen für solche Attacken verantwortlich.(1) Entgegen ihrer skurrilen Behauptungen verbirgt sich dahinter keine Kritik am Islam oder Islamismus, sondern Rassismus. So war das Motiv des Anschlags vom 09. auf den 10. November 2017 vermutlich ein rassistisches, wofür ebenfalls die Wahl des Datums sowie der Tatzeit sprechen.(2)

Es ist wichtig herauszustellen, dass der Anschlag auf die Dar al-Salem Moschee nichts mit einem Akt der Religionskritik zu tun hat. Nach der ethnopluralistischen Ideologie der sogenannten Neuen Rechten ist der Islam, unter den jetzigen Umständen, in seinen „angestammten Regionen“ akzeptabel. Auch zwischen deutschem Faschismus und Islamismus bestehen hinsichtlich der Ideologien der Ungleichheit diverse Überschneidungen. So hat im Laufe der Geschichte immer wieder Zusammenarbeit zwischen deutschen FaschistInnen und Teilen der „muslimischen Welt“ stattgefunden.(3) Die Islamkritik der völkischen Rechten zielt daher nicht auf die Emanzipation der Menschen ab, die unter dem politischen Islam leiden, sondern plädiert für eine nach rassistischen Kriterien eingerichtete Gesellschaft.

„Ob Umma(4) oder Volksgemeinschaft, beide Vorstellungen wie die Gesellschaft einzurichten sei, steht der unseren eklatant entgegen. Religionskritik ist ein fundamentaler Teil linksradikaler Gesellschaftskritik, welche auch den Islam nicht aussparen darf. Der Versuch des Islamismus, als seine fundamentalistische Form, einen globalen Gottesstaat zu errichten, muss bekämpft werden.”, kommentiert Christa Smaul, Pressesprecherin der Gruppe streit_wagen. Die Dar al-Salem Moschee steht dem Islamismus nahe, wie in den letzten Wochen mehrfach berichtet wurde.(5) Aus diesem Grund halten wir es für fatal, die dringend notwendige Kritik an der Dar al-Salem Moschee sowie der Omar Ibn al-Khattab Moschee und ihrem Träger, dem Orientbrücke e.V., aufgrund dieses Anschlages zu vernachlässigen. Rassistische Angriffe jeder Art verurteilen wir. Die Reaktion darauf sollte jedoch nicht dazu führen, AkteurInnen des islamistischen Spektrums als einen unterstützungswürdigen Teil dieser Stadtgesellschaft darzustellen.

Einer vermeintlichen Vereinnahmung von Islamkritik durch Rechte muss eine emanzipatorische Antwort entgegengestellt werden.

Autoritäre Bewegungen bekämpfen!
Für den Kommunismus!

antifaschistische gruppe 5
streit_wagen מרכבה

(1) siehe http://www.fr.de/rhein-main/junge-alternative-schlagende-verbindungen-a-1279461 oder
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-11/rechtsextremismus-fluechtlingsunterkuenfte-gewalt-gegen-fluechtlinge-justiz-taeter-urteile
(2) Der Anschlag auf die Moschee erfolgte um 5:45 Uhr. Um dieser Uhrzeit begann offiziell der Naziüberfall auf Polen am 01.09.1939.

(3) Bereits im Ersten Weltkrieg bestand eine Waffenbrüderschaft zwischen dem Deutschen und dem Osmanischen Reich. Auch Mohammed Amin al-Husseini, der Großmufti von Jerusalem, arbeitete eng mit dem NS-Regime während des Zweiten Weltkrieges zusammen.

(4) Als Umma ist ein transnationales muslimisches Kollektiv zu verstehen, das in seiner endgültigen Ausprägung eine religiös eingerichtete Gesellschaft anstrebt.

(5) siehe http://www.op-marburg.de/Lokales/Marburg/Moschee-soll-Salafisten-Haus-sein oder https://vunv1863.wordpress.com/2017/02/01/marburg-noch-eine-problemzone/

Stellungnahme B.A.S.H. (Bündnis antifaschistischer Strukturen Hessen)

Sunday, November 26th, 2017

Wir als im B.A.S.H. (Bündnis antifaschistischer Strukturen Hessen) organisierte Gruppe möchten hier auf folgende Stellungnahme hinweisen:

Das B.A.S.H. (Bündnis antifaschistischer Strukturen Hessen) ist ein überregionales Bündnis von antifaschistischen Gruppen, dessen Ziel es ist eine Vernetzungsplattform zu bieten. Es ist nicht an Parteien und Verbänden orientiert. Zentrales Augenmerk liegt auf der Sammlung von Rechercheergebnissen über faschistische Umtriebe in Hessen. Anlassbezogen werden gemeinsame Kampagnen und Aktionen geplant. Zudem hat das Bündnis zum Ziel, ein jährliches Antifa Sommercamp in Hessen zu organisieren.

Der Kampf gegen Reaktionäres mit seinen verschiedenen Facetten

Ob Nazis und Faschismus, religiöser Fanatismus und Rechtspopulismus, unsere Gegnerschaft erklären wir all jenen, die der Emanzipation und dem freien Leben aller Menschen ungeachtet von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht und sexueller Orientierung durch Diskriminierung und Verfolgung entgegen stehen. Unser Minimalkonsens baut auf diesem gemeinsamen Interesse. Die konkrete Auslegung in Teilfragen antifaschistischer Politik obliegt den Einzelgruppen. Das B.A.S.H. sieht sich nicht in der Verantwortung hierrüber Rechenschaft abzulegen.

Dem Bündnis wurde deutlich, dass großer Gesprächsbedarf zu einem Phänomen besteht, welches in weiten Teilen der Linken massiv unterrepräsentiert ist und oftmals nicht als linksradikales Themenfeld betrachtet wird. Dabei sollte eigentlich mittlerweile auf der Hand liegen, dass der politische Islam dem Fortschritt ebenso diametral entgegensteht wie der Neonazismus. Wie diese Kritik genau aussehen muss, darüber gibt es keinen Konsens im Bündnis. Es muss vermieden werden die Islamkritik denen zu überlassen, welche offensichtlich nicht an der emanzipatorischen Befreiung interessiert sind.

B.A.S.H. im November 2017
https://antifabash.noblogs.org/

Fight Islamism! Fight Nationalism!

Thursday, September 7th, 2017

Wir möchten auf eine Kundgebung des drift-Bündnisses hinweisen:

Abfahrt aus Marburg: 12.20, Gleis 5

Aufruf:
“Kassel – irgendwo in Deutschland, irgendwo in Europa.

In Kassel findet derzeit zum 14. Mal die documenta statt. Obwohl es in der diesjährigen documenta viel um Rassismus und Sexismus geht, bleibt das politische Klima in der Stadt selbst für die BesucherInnen quasi unsichtbar: Der reibungslose Ausstellungsbesuch ist wichtiger als Stadtpolitik – daran ändern auch Sparziergänge durch Kassel nichts, die erstmals Teil der documenta sind. Zwar thematisieren sie „Vertreibung und Migration“ oder „Verstrickung von Kunst, Politik und Wirtschaft“, doch gehen sie auf die konkreten gesellschaftlichen Verhältnisse vor Ort nicht ein.

Nur eine bedeutende Ausnahme gibt es: Das Projekt „Gesellschaft der Freund_innen von Halit“ beschäftigt sich im Rahmen der documenta mit der Ermordung Halit Yozgats durch den NSU. Es skandalisiert auch den strukturellen Rassismus der Behörden und dass der Verfassungsschutz tief in den NSU-Komplex verstrickt ist. Rassismus in Kassel bleibt wenigstens hier nicht unerwähnt!

Das ist wichtig, denn Rassismus ist in Kassel – wie andernorts – Alltag und völkischen Nationalismus gibt es hier in vielen Formen: Burschenschaften, die im Dachverband Deutsche Burschenschaft organisiert sind und damit offen zu einem geschichtsrevisionistischen, deutschnationalen und rassistischen Club gehören. Rechte KSV-Fans, die im Staditon und außerhalb immer wieder Leute angreifen, die sie für Linke halten. Christliche FundamentalistInnen, die immer wieder zu Events einladen, bei denen sie offen ihre antifeministischen, homophoben und reaktionären Positionen gegen Abtreibung verbreiten. Der Pegida-Ableger, der seit Ende 2014 unter dem Namen Kagida in seiner Hochzeit bis zu 200 Nazis, VerschwörungsideologInnen und andere „besorgte BürgerInnen“ zu seinen rassistischen Kundgebungen mobilisierte. Sie alle sind in Kassel heimisch.

Da wundert es auch nicht, dass die AfD im März 2016 mit elf Prozent in die Stadtverordnetenversammlung einzog. Das ist ein Ausdruck der Kassler Verhältnisse und da gibt’s auch nichts schönzureden: Ein großer Teil der Kassler_innen wählt eine sexistische und rassistische Partei.
Eine unversöhnliche Perspektive

Als Feminist_innen sind wir notwendig Gegner_innen des völkischen Nationalismus, der immer sexistisch ist, egal ob von christlichen LebenschützerInnen, Neonazis oder der AfD: Weil er sich die Nation als einen „Volkskörper“ vorstellt, der verletzt und bedroht werden kann, ist im völkischen Nationalismus ganz klar, was die Rollen von Frauen* und Männern sein müssen:

Frauen* sollen für den Erhalt dieses „Volkes“ sorgen, indem sie möglichst viele und „deutsche“ Kinder bekommen. Die oft erhobene Forderung danach, die „eigene deutsche Frau“ vor „dem schwarzen Mann“ zu beschützen, ist seit dem Kolonialismus tief in den rassistischen Alltag eingeschrieben. So was wie Selbstbestimmung von Frauen* über ihren Körper, mühsam von den Frauenbewegungen erkämpft, bekämpfen völkische NationalistInnen deshalb.

Für Männer hingegen gilt ein männerbündisches Ideal der kämpferischen Kameradschaft, das man aus urschenschaften und Hooligan-Cliquen kennt.
Die Härte, die da gepflegt wird, richtet sich im Endeffekt gewalttätig gegen Frauen*, Lesben, Schwulen und alle, die von Geschlechternormen abweichen.

Einem Gesellschaftsentwurf, in dem der männliche Körper eine Waffe und der weibliche Gebärmaschine sein soll, in dem jede sexuelle Lust, die nicht dem „Erhalt des Volkes“ gilt, unterdrückt und in dem ein dauernder Kampf gegen die inneren und äußeren FeindInnen geführt wird, stellen wir uns entschieden entgegen!

Neben seinen repressiven Geschlechternomen war (völkischer) Nationalismus immer auch rassistisch und antisemitisch. Rassismus drückt sich heute allerdings meistens in der Chiffre der „Islamkritik“ aus. So lassen sich unter dem Label stumpfe Ressentiments von „den Fremden“ pflegen, die nicht mehr als unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Interessen erscheinen.
Ein Neidverhältnis

Wir meinen: In diesem Mechanismus ähneln sich völkischer Nationalismus und Islamismus, obwohl sie einander so sehr verachten. Beide sind patriarchale Vergemeinschaftungsideologien, die eine männerbündische Herrschaft über Frauen* versprechen und individuelle Befreiung bekämpfen.

Beide sind kein Rückfall in vergangene Zeiten, sondern Produkte der kapitalistischen Verhältnisse, in denen wir leben. Beide bieten das Versprechen auf eine sinnstiftende Gemeinschaft, die ökonomische und soziale Krisenerfahrungen der Moderne abfedern soll.

Der europäische Islamismus wird dabei vorrangig im direkten sozialen Umfeld politisch wirksam, tritt in Form von Infoständen und Aktionen im Alltag in Erscheinung oder orientiert sich in Richtung Naher Osten: Aus Kassel schlossen sich mehrere Personen dem Islamischen Staat an und reisten nach Syrien. Und nicht zuletzt geht vom Europäischen Islamismus die permanente Gefahr von Terroranschlägen aus.

Der völkische Nationalismus kämpft darum, seine Begriffe in sozialen Netzwerken und anderen Medien zu etablieren. Er agiert gewalttätig auf den Straßen und verbreitet alltäglich mit Brandanschlägen auf Unterkünfte für Geflüchtete rassistischen Terror. Durch kontinuierliche Vernetzung, Lobby- und Kampagnenarbeit sowie durch einen aggressiven Wahlkampf drängt der völkische Nationalismus in die staatlichen Institutionen. So schickt sich die AfD an, als parlamentarische Vertretung des völkischen Nationalismus in das deutsche Parlament einzuziehen.

Mit ihren verschiedenen Ideologien und Strategien sind sowohl der Islamismus als auch der völkische Nationalismus eine Bedrohung für alle, die nicht in ihr Weltbild passen. Sie beide sind eine Bedrohung für unsere Idee einer befreiten Gesellschaft. Deswegen wollen wir ihnen entschlossen entgegentreten!
Eine Einladung

Weil wir die Aufmerksamkeit der documenta nutzen wollen, um auf die Strukturen der hiesigen völkischen Rechten und des örtlichen Islamismus aufmerksam zu machen, und weil bald Bundestagswahlen sind, wollen wir als Bündnis drift – feminist alliance für communism mit unserer Kundgebung genau diese zum Thema machen!

Wir rufen auf, am 9. September an unserer Kundgebung Für einen radikalen Feminismus! Keine halben Sachen! Fight nationalism! Fight islamism! teilzunehmen!

Wir wollen uns gegen völkischen Nationalismus und Islamismus wenden, die wir als zwei Spielarten der Antimoderne begreifen. Wir wollen eine Diskussion über feministische und queere Gesellschaftskritik voranbringen. Und wir wollen dabei der documenta einen Vorschlag zu einem Spaziergang entgegenstellen, der deutlich macht, dass in einer Stadt wie Kassel FeindInnen der Emanzipation aller Couleur zu finden sind.

Kommt daher am 9. September nach Kassel!

Kundgebung: 14:00 Uhr Opernplatz / Kassel”